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Die Reinigung des eigenen Geistes




Unser Geist ist die Basis aller Erfahrungen. Es gibt zwei Aspekte des Geistes: gewöhnlich und rein.

Der gewöhnliche Geist - das Ich, ist irdisch, materiell, planend, denkend, manipulierend, zornig, neidisch, dualistisch. Er funktioniert nur in Verbindung mit äußeren Bedingungen. Deshalb ist er ruhelos. Die Energie, die wir von dem gewöhnlichem Geist, also der Erde, empfangen ist instabil und befindet sich stets in Bewegung, abhängig von Sonne und Regen, Sommer und Winter, Glück und Unglück, Leben und Tod.

Der reine Geist - das Selbst, ist weise, unendlich, leer und klar. Dieser Geist ist mit dem Universum und mit unserem Schöpfer verbunden. Deshalb ist dieser Geist stabil, weil er auf der Ewigkeit beruht.

In jedem von uns wohnen beide Aspekte oder anders gesagt beide Energien. Jedoch überwiegt der gewöhnliche Geist, das Ich, in jedem, der sich spirituell nicht entwickelt. Je weiter ein Mensch spirituell entwickelt ist, desto kleiner wird sein gewöhnlicher Geist und desto größer wird sein reiner Geist, bis sich beide Aspekte eines Tages ineinander vermischen. 

Ein Mensch ist so gebaut worden, dass er sein eigenes Gesicht nicht sehen kann. Hättest du keinen Spiegel, würdest du dich selbst nicht kennen. Genauso wie du dein Gesicht nur vom Spiegelbild oder Fotos kennst, kannst du auch deinen Geist nicht wirklich kennen. Was übrigens bedeutet "Geist"? - das sind nicht nur Gedanken, Emotionen und Projektionen, wie es die Wissenschaftler behaupten. Es ist sogar möglich, dass niemand überhaupt weiß, was ein Geist ist.


In unserer Gesellschaft zählen als Werte eigentlich nur Geld, Sex und Macht. Ein Mensch, der diese drei Dinge nicht hat, wird als wertlos behandelt. Daher kommt es, dass die meisten Menschen sich als Objekte betrachten, Objekte mit diesen drei Werten und Objekte ohne dieser Werte. Auch unser Selbstwertgefühl basiert auf diesen drei Werten, besitzen wir diese Werte nicht, entwickeln wir Neid, Hass, Eifersucht, Neurosen, Aggressionen usw. 

Wenn wir einen spirituellen Menschen treffen, sind wir zutiefst erschüttert, weil wir zuerst versuchen zu begreifen, wie es denn möglich wäre, ohne den Verlangen nach diesen allgemein so begehrenswerten Dingen wie Geld, Sex und Macht zu leben. Dann fangen wir an, eine Erklärung für uns zu suchen und kommen zu dem Entschluss, dass so ein Leben nichts für jeden Menschen wäre. Und hier liegt der Fehler: Diese Reaktion entsteht, weil wir uns nicht auf unseren reinen Geist, sondern auf unseren gewöhnlichen Geist fokussieren. Der reine, spirituelle Geist lebst in jedem Menschen, wie das Selbst mit all seinen Eigenschaften eines spirituellen Menschen in jedem von uns vorhanden ist.

Der reine Geist hat nichts mit Esoterik oder schwarzen Magie zu tun. Er ist einfach und ohne Illusionen. Er ist deshalb mitfühlend, weil er nicht an jemand oder etwas bestimmten hängt, er kennt keine Anhaftung. Er sieht klar und will sich mit nichts befassen, was ihn negativ beeinflusst. Er ist unschuldig wie ein Kind, besitzt aber die Weisheit eines erleuchteten Meisters. Er kennt die Wahrheit, hat aber keine Schwierigkeit damit umzugehen. 


Ein gewöhnlicher Mensch, dessen Spiritualität nicht entwickelt ist, wird mit seinem reinen Geist erst nach dem Tod in Berührung kommen. Erst dann wird während so genanntem Reinigungsprozesses der gewöhnliche Geist ausgetrieben. Alles was danach bleibt, ist der reine, spirituelle Geist. Ein spiritueller Mensch kann durch Lehre und Meditiation bereits zu seinen Lebzeiten diese "Reinigungsarbeit" machen. Sie ist aber mit viel Kummer verbunden, weil währenddessen alle negativen Erfahrungen vorgeführt werden, auch solche, die man am liebsten verdrängen möchte. Ein Reinigungsprozess ist wie ein Rückblick auf all die Taten, Emotionen und sogar Gedanken. So als würde man rückblickend auf sein ganzes Leben schauen und alles neu abwägen. Deshalb verlangt eine spirituelle Lehre viel Disziplin, Geduld und einen weisen, vertrauenswürdigen Guru. Nur dann wird es möglich sein, die Vergangenheit richtig zu bewerten, den Geist zu reinigen und zur Erleuchtung zu gelangen.






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